Ein leises Ordnen
Im Moment wird Atem oft als Technik genutzt.
Und doch ist es keine.
Es ist etwas viel Feineres.
Ein Geschehenlassen des Rhythmus.
Und ein Beobachten von dem, was da ist.
Wir öffnen uns dem Fluss des Lebens.
Und dann passiert etwas anderes.
Es ist viel leichter, den Atem zu beeinflussen,
statt ihn einfach kommen und gehen zu lassen.
Wir atmen etwas länger und langsamer aus,
weil wir schneller regulieren möchten.
Auf einmal verändern wir den Rhythmus.
Und bevor wir es merken,
ist es kein Kommen und Gehen mehr,
sondern ein Tun.
Es ist, als würde die Selbstverständlichkeit des Atems verschwinden.
Die Atemzüge werden strenger.
Der Brustraum wird etwas enger.
Nicht, weil wir etwas falsch machen,
sondern weil wir diesem Fluss im Weg stehen.
Der Atem ist eine natürliche Bewegung.
Ein sanftes Ausdehnen
und ein Aufnehmen von dem, was da ist.
Und ein subtiles Loslassen
von Altem, von Gebrauchtem.
Gerade das Ausatmen
ist der Schlüssel zum Einatmen.
Weil Raum entsteht
für Neues.
Und vielleicht ist dies genau der Moment,
in dem sich etwas zeigt.
Etwas Tiefes
und gleichzeitig ganz Einfaches, Vertrautes.
Wenn wir beobachten, was da ist,
ohne es zu beeinflussen,
entsteht eine andere Qualität.
Der Atem verteilt sich von selbst,
ohne dass unsere Vorstellung im Weg steht.
Es entsteht eine Ausdehnung.
Ein Raum.
Nicht durch Anstrengung,
sondern durch das Nachlassen von Kontrolle.
und plötzlich entsteht Raum.
