Meditieren leicht gemacht. Wie integrierst du Meditation in deinem Alltag?

Meditieren leicht gemacht

von Winnie | Gesundheit und Wohlbefinden

Dez 13
Meditieren leicht gemacht

Meditieren leicht gemacht, scheint dir das schwierig? Hast du das Bild eines Meisters, der 5 cm über dem Boden schwebt, eine erleuchtete Seele? Meinst du, du bist meilenweit davon entfernt?Revidieren wir dein Bild ein wenig.

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Meditation hat viele Gesichter und ich bin mir sicher, dass viele Formen sich wunderbar für dich eignen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die meisten Menschen nur etwas umsetzen, wenn es sich leicht in den Alltag integrieren lässt.

Was ist meditieren?

Beim Googlen habe ich festgestellt, dass es keine allgemein gültige Definition über Meditation gibt. Meditation stammt von lateinischen meditatio, was „nachdenken, nachsinnen, überlegen“ bedeutet. Dieser Wortstamm bezieht sich sehr auf das Denken und tut dem Meditieren unrecht.

Viele Entspannungstechniken werden als Meditation deklariert. Die Wurzel der Meditation ist eine spirituelle Praxis, die in vielen Kulturen und Religionen angewendet wird.

Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen helfen den Geist zu beruhigen und zu sammeln. Das Ziel ist eine Bewusstseinserweiterung.

Joe Dispenza schreibt in seinem Buch „Ein neues Ich“ folgendes über Meditation

Das Sanskrit-Wort für »meditieren« bedeutet »das Selbst kultivieren«. Diese Definition gefällt mir wegen ihrer Metaphorik besonders gut – man denkt hier an einen Garten oder Ackerboden.

Ein Garten ist ein tolles Bild. In einem Garten ist alles vorhanden, Nutzpflanzen, Blumen und Unkraut. Ist es bei uns nicht ähnlich? Einen Garten zu pflegen bedarf Aufmerksamkeit und Zeit. Ähnlich ist es bei der Meditation.

Was macht es so schwierig, mit dem Meditieren anzufangen?

Gleich am Anfang habe ich bereits erwähnt, dass oft unsere eigene Erwartungshaltung im Wege steht. Einen Perfektionsanspruch, der bereits bevor wir etwas ausprobieren, uns ausbremst. Du hast das Gefühl, es nicht gut genügend zu können. Kennst du das?

Dann kommt dazu, dass die „Aufschieberitis“ sich meldet. Es gibt viel anderes, was es zu erledigen gilt. Die richtigen Prioritäten zu setzen ist nicht so einfach. Mehr dazu hier. Wie oft denkst du, morgen ist auch noch ein Tag? Heute wird erst mal der Fernseher eingeschaltet.

Ein weiterer Grund kann sein, dass jeder neuerdings meditiert. Du willst nicht alles nachahmen. Ausserdem willst du nicht zu irgendeiner Gruppe gehören. Du kannst dich nicht identifizieren mit ausgebrannten Manager, die einen Zen-Kurs besuchen. Und auch abgehobene Esoteriker sind nicht dein Ding.

Bei religiösen Gruppen gehst du sowieso auf Abwehr. Und doch, wenn immer mehr Leute meditieren, dann muss doch was daran sein?

Achtsamkeits- und Konzentrationsübungen helfen den Geist zu beruhigen und zu sammeln. Das Ziel ist eine Bewusstseinserweiterung.

Diese Definition gefällt mir wegen ihrer Metaphorik besonders gut – man denkt hier an einen Garten oder Ackerboden. Ein Garten ist ein tolles Bild. In einem Garten ist alles vorhanden, Nutzpflanzen, Blumen und Unkraut. Ist es bei uns nicht ähnlich?

Einen Garten zu pflegen bedarf Aufmerksamkeit und Zeit. Ähnlich ist es bei der Meditation.

Die positive Wirkung der Meditation.

Die Wissenschaft erforscht die positive Wirkung der Meditation. In folgendem Artikel im Spiegel aus dem Jahr 2013 werden Erfolge und Forschungen beschrieben.

Eine kurze, nicht vollständige Auflistung der positiven Wirkungen:

  • Entspannung und innere Ruhe
  • Klarheit
  • Veränderung der Gehirnstruktur
  • Mehr Mitgefühl
  • Schmerzlinderung
  • Gelassenheit

Meditieren wirkt direkt auf deine innere Chemiefabrik. Franz von Assisi benötigte keine Wissenschaftler, um die wohltuende Wirkung zu erkennen

Wo es Frieden und Meditation gibt, da herrscht weder Sorge noch Zweifel.

Wie fängst du an?

Eine kleine buddhistische Anekdote macht dir vielleicht Mut das Meditieren zu versuchen.

Der Schüler sagt: „Meine Meditationen sind furchtbar. Ich bin dauernd abgelenkt, denke an alles Mögliche, meine Glieder tun weh und ich schlafe immer ein. Der Lehrer antwortete schlicht: „Das geht vorüber.”

Eine Woche später kam der Schüler wieder und sagte: „Meine Meditationen sind herrlich, ich bin total klar, konzentriert und im Frieden.” Der Lehrer antwortete schlicht: „Das geht vorüber.”

Jon Kabat-Zinn, Gründer der Stressbewältigung durch Achtsamkeit (Mindfulness-Based-Stress-Reduction) MBSR zu sehen in einem Interview von SRF empfiehlt uns folgendes

Bei der Meditation geht es nicht um den Versuch, irgendwo hinzugelangen. Es geht darum, dass wir uns selbst erlauben, genau dort zu sein, wo wir sind, und genau so zu sein, wie wir sind, und desgleichen der Welt zu erlauben, genau so zu sein, wie sie in diesem Augenblick ist.

Dieses Zitat und diese Geschichte zeigen dir auf, es ist nicht das Ziel der Meditation etwas zu erreichen, sondern zu sein mit dem was du gerade erlebst.

Sei mit dem was du gerade erlebst.

Selbstverständlich kannst du im Lotussitz den Urlaut „OM“ als Mantra wiederholen. Es ist sogar eine sehr gute Praxis dir Zeit zu nehmen, um dir eine Meditationstechnik anzueignen. Du kannst z.B. deinen Atem beobachten, in das Licht einer Kerze schauen oder wie bereits erwähnt ein Laut wiederholen. Yogahaltungen sind dabei oft unterstützend.

Sogyal Rinpoche gibt folgende Anregung

Die wahre Grösse der Meditation ist nicht in irgendeiner Methode zu finden. Sie liegt in einer kontinuierlichen und lebendigen Erfahrung von Präsenz und Glückseligkeit, in Klarheit, Frieden und – am wichtigsten von allem – in der völligen Abwesenheit jeden Greifens.

Welche Methode du anwendest ist nicht wichtig, um mit dem Meditieren anzufangen. Sie ist eine Praxis, die dir einen Rahmen vermittelt, an dem du dich orientieren kannst.

Meditieren kannst du immer in deinem Alltag. Es ist wie ein Eintauchen im Moment. Die Dauer dieses Moments ist nicht wichtig. Es ist ein Rhythmus vom Ein- und Auftauchen.

Meditationsmöglichkeiten im Alltag

  • Im Bus, wenn z.B. jemand nicht gut schmeckt oder zu nah bei dir sitzt, beobachte was in dir abläuft! Jeder Gedanke ist erlaubt. Allerdings gibst du keine Energie in diesen Gedanken hinein. Du schaust diesem Gedanken lediglich zu, wie eine Wolke die vorbeizieht. Das machst du die ganze Fahrt bis diese Person oder du selbst aussteigst.
  • Du musst eine Aufgabe erledigen, bei der du nicht nachdenken musst und deshalb schweifen deine Gedanken ständig ab. Du richtest all deine Aufmerksamkeit auf das, was du gerade tust. Du nimmst mit allen Sinnen wahr, wie der Bewegungsablauf ist, wie sich das Material anfühlt, dass du berührst. Du bist voll im Hier und Jetzt.
  • Du spürst auf einmal das etwas Bedeutsames passiert. Du fühlst dich zutiefst berührt durch eine Aussage, ein Buch, ein Musikstück oder ein Bild. Du nimmst wahr, wie sich in dir etwas bewegt, sich öffnet. Du bist voll und ganz bei diesem Gefühl.

Thich Nhat Hanh beschreibt die Wichtigkeit der Meditation als Teil deines Lebens zu sehen

Ihr solltet Meditation üben beim Gehen, Stehen, Liegen, Sitzen und Arbeiten, beim Händewaschen, Abspülen, Kehren und Teetrinken, im Gespräch mit Freunden und bei allem, was ihr tut.
Wenn ihr abwascht, denkt ihr vielleicht an den Tee danach und versucht, es so schnell wie möglich hinter euch zu bringen, damit ihr euch setzen und Tee trinken könnt.
Das bedeutet aber, dass ihr in der Zeit, wo ihr abwascht, nicht lebt. Wenn ihr abwascht, muss der Abwasch das Wichtigste in eurem Leben sein. Und wenn ihr Tee trinkt, dann muss das Teetrinken das Wichtigste auf der Welt sein.

Fazit:

Ändere deine Vorstellung darüber, wie Meditation auszusehen hat. Bereits ein kleiner Schritt Richtung Meditieren kann dir helfen anderes zu erfahren, über dich und deinem Umfeld.

Es bedarf keines speziellen Könnens oder einer geeigneten Umgebung.

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