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Ist positives Denken Bauernfängerei?

von Winnie | Klarheit und Achtsamkeit

Okt 10
Positives Denken, Bauernfängerei?

Was hältst du vom positiven Denken? Macht das Sinn oder führt es zu einer verzerrten Wahrnehmung der Realität? Wo sind die Chancen einer positiven Lebenshaltung und wo sind die Gefahren dieser Einstellung?

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Wie schaust du in die Welt hinaus?

In welche Kategorie würdest du dich einordnen, als Optimist, Pessimist oder Realist? Drei verschiedene Blickwinkel, drei Möglichkeiten die Wirklichkeit zu erfahren.

Der Pessimist klagt über den Wind, der Optimist hofft, dass der Wind sich dreht und der Realist hisst die Segel.

Adolphus William Ward

Fragen, die du dir diesbezüglich stellen kannst sind:

  • Welcher Typ hat am meisten Spass?
  • Welcher Typ wird am wenigsten enttäuscht?
  • Welche Wirkung hat die Erwartungshaltung auf deinen Körper?

Der Pessimist

Der Pessimist ist eher ein vorsichtiger Mensch. Er will nicht auf die Nase fliegen und hören; "das habe ich dir doch gesagt". Mit Enttäuschungen kann er nicht so gut umgehen und deshalb will der Pessimist sich nicht vorher freuen. Es könnte ja anders kommen und dann tut es noch mehr weh! 

Der Pessimist denkt sich vorher alle Schreckensszenarien aus und beschäftigt sich vor allem mit den Risiken des Unterfangens. Falls sich alles gut entwickelt, freut er sich sehr. Im Hintergrund bleibt jedoch eine leise Stimme die flüstert, das sich alles doch noch zum Negativen wenden könnte.

Die glücklichen Pessimisten! Welche Freude empfinden sie, sooft sie bewiesen haben, dass es keine Freude gibt.

Marie von Ebner-Eschenbach

Der Realist

Der Realist überlegt genauestens die verschiedensten Vorgehensweisen. Dabei stützt er sich einerseits auf seine eigenen Erfahrungen und andererseits auf die Erfahrungen seines Umfelds ab. 

Wichtig sind ihm wissenschaftliche Erkenntnisse und verifizierbare Daten. Er ist sich im Klaren, dass sich trotz seiner gut durchdachten Analyse Fehler einschleichen könnten und vielleicht sogar alles ganz anders kommt. All dies kalkuliert er in seine Überlegungen mit ein und falls das Schlimmste eintritt, ist das halt so.

Der Realist ist insofern naiv, als er nicht zur Kenntnis nimmt, dass wir alle nicht 'in der Welt' leben, sondern nur in dem Bild, das wir uns von der Welt machen.

Hoimar von Ditfurth

Der Realist bleibt eher im Rahmen des Bekannten. Er kann sich nicht wirklich eine Dynamik vorstellen, die sich jenseits seiner Realität befindet. Für ihn gibt es klare nachvollziehbare Ursachen und Wirkungen.

Der Optimist

Von der Grundhaltung her glaubt ein Optimist immer an den gelungenen Ausgang seines Unterfangens. Sogar wenn alles drunter und drüber geht, kann er diesen Ereignissen etwas positives abgewinnen.

Wenn er auf die Nase fliegt rappelt sich der Optimist zusammen. Negative Erfahrungen halten ihn nicht davon ab, sich ins nächste Abenteuer zu stürzen. 

Der Optimist läuft tendenziell mit einer rosaroten Brille herum und vernachlässigt seine Risikoanalyse. Dies kann dazu führen, das er sich in Situationen zurückfindet, die vermeidbar gewesen wären.

Nur Pessimisten schmieden das Eisen, solange es heiss ist. Optimisten vertrauen darauf, dass es nicht erkaltet.

Peter Bamm

Welche ist die richtige Einstellung?

Drei Herangehensweisen, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Jeder nimmt die Wirklichkeit auf seine eigene Art und Weise wahr. So hat jeder seine eigenen Erfahrungen.

Zu einem alten chinesischen Weisen kam einst ein Fremder, um sich in dessen Stadt niederzulassen. Der Fremde fragte ihn: "Was für Leute wohnen bei euch?" - "Was für Menschen wohnen denn in deiner Heimatstadt?" fragte der Weise zurück. - "Lauter unfreundliche und egoistische Leute!" sagte der Fremde. - "Genau die gleiche üble Sorte wohnt auch hier!" bestätigte der Weise. Bald kam ein anderer mit derselben Frage. Auch ihn fragte der Weise "Was für Menschen wohnen denn da, wo du bisher gewohnt hast?" Der Fremde erwiderte: "Ich ziehe ungern weg. Dort wohnen so liebenswerte Leute!" Da beruhigte ihn der Weise: "Solch wunderbare Menschen warten auch hier auf dich!"

unbekannt

Diese Geschichte deckt auf, wie sehr deine Einstellung deine Wirklichkeit bestimmt. Eine positive Grundhaltung wird vermehrt positive Wirkungen anziehen.

Manchmal muss man der Realität einfach etwas Zeit geben, sich dem Optimismus anzupassen.

Renzie, Thom

Genauso wie ein Same Zeit benötigt um zu wachsen, wird dein Umfeld sich nicht von heute auf morgen grundlegend ändern.

Gedanken und Emotionen wirken.

Gedanken in Kombination mit Emotionen wirken auf dich und auf dein Umfeld, sowohl zum Positiven als auch zum Negativen.

Wie kannst du dir dies vorstellen? Negative Gedanken erzeugen Stresshormone. Stresshormone sind Botenstoffe, die im Körper Reaktionen auslösen, wie z.B. Angst, Frust oder Wut. Der Körper benötigt mehrere Stunden, um diese Hormone wieder abzubauen. 

Deine Ausstrahlung wird sich ändern. Mal ehrlich, du merkst schnell wie jemand drauf ist und du wirst, wenn möglich einen weiten Bogen, um diese Person machen.

Wenn schlechte Laune eine Gewohnheit wird, hat dies Folgen. Du wirst andere Menschen in deinem Leben anziehen und andere Erfahrungen machen. Stimmungsmanagement ist ein wichtiger Faktor eines glücklichen und erfolgreichen Leben. Mehr dazu findest du in diesem Blog.

Es lohnt sich bewusst deine Stimmung umzuklicken, indem du positive Erinnerungen abrufst. Für dein Gehirn ist es kein grosser Unterschied, ob das Bild eine Erinnerung ist oder diese Situation gerade stattfindet. Glückshormone werden ausgeschüttet und entsprechende Gefühle entstehen.

Stimmungsmanagement ist ein wichtiger Faktor eines glücklichen und erfolgreichen Leben.

 Verliere die Realität nicht aus dem Auge.

Nur positiv zu denken und nicht zu schauen, was Tatsache ist wird dich nicht glücklich machen. Probleme entstehen nicht einfach so, sondern haben eine eigene Dynamik. Diese Dynamik zu erkennen ist essentiell, um Probleme zu lösen. Mehr dazu in folgendem Blog: "Am Anfang findest du die Lösung".

Ein Problem verschwindet selten, wenn du es ignorierst. Schaue hin und erkenne, wo du ansetzen kannst. Jedoch ist es trotz Analyse hilfreich guter Dinge zu bleiben. Stresshormone beeinträchtigen dein Denken und deine Kreativität.

Willst du ein Leben ohne Träume?

Träumer haben vielleicht keinen Plan,
aber Realisten haben keine Visionen.

Unbekannt

Träumst du gerne? Es ist wichtig eine Gratwanderung zwischen Realismus und Optimismus zu finden. Pessimisten werden erst gar nicht anfangen, da sie sich nicht vorstellen können etwas zu bewegen.

Ohne Träume wirst du deine Visionen nicht umsetzen. Grosses entsteht, wenn du bekannte Pfade verlässt und dich traust zu experimentieren. Erlaube dir zu scheitern, weil nur so kannst du neue Erfahrungen machen.

Wenn du zu wenig realistisch bist, werden deine Pläne nicht effektiv sein und versanden. Eine IST-Analyse und die Entwicklung einer vernünftigen Strategie sind die Basis eines erfolgreichen Projekts.

Fazit:

Deine Einstellung wirkt, egal ob sie positiv oder negativ ist. Gedanken erzeugen Emotionen und diese bestimmen deine Ausstrahlung. Dies hat einen Einfluss auf deine Wirkung. Es lohnt sich deshalb optimistisch in die Welt zu schauen.

Wage es zu Träumen und komme ins Handeln.

Trotzdem ist es wichtig die Realität im Auge zu behalten. Gehe deinem Problem auf den Grund und konzentriere dich auf die Lösung. 

  • Peter sagt:

    Ein sehr inspirierender Artikel, der zur Selbstreflexion einlädt. Danke 🙂 Die Zitate sind kernig.

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